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Ich hasse dich! Aggression gegen die Mutter während der Pubertät 

20. Juni 2024

Während der Pubertät wird der Familienalltag oft zum Tanz auf rohen Eiern. Egal, was du als Mama sagst, dein Sohn sieht es als Angriff an und wehrt sich. Oder deine Tochter schreit dich an, weil du ihr Outfit nicht ganz so cute findest wie sie selbst. Immer öfter wird die Reaktion der Jugendlichen aggressiv, oft besonders bemerken Eltern während der Pubertät ihres Kindes vermehrt eine Aggression gegen die Mutter, die immer offensichtlicher wird.

Die Pubertät ist für viele Familien eine herausfordernde Phase. Die Jugendlichen machen körperliche und emotionale Veränderungen durch, aber auch die Eltern müssen mit diesen Veränderungen umgehen lernen. Diese Herausforderungen und Spannungen der Jugendlichen während der Pubertät können sich manchmal in Form von Aggressionen gegen die Mutter Luft machen. Und das tut weh. Dein geliebtes Kind wendet sich plötzlich gegen dich, wird laut und kann sogar mit Gewalt drohen. Was also tun, wenn das Kind während der Pubertät aggressives Verhalten gegen die eigene Mutter zeigt?

Gründe für Aggression gegen die Mutter während der Pubertät

Viele Eltern fühlen sich hilflos, wenn sich die Aggression des Sohnes oder der Tochter plötzlich gegen die eigene Mutter richtet. Manche meiner Klientinnen erzählen bereits von 10- oder 11-Jährigen, deren Wut immer mehr auf die Mutter abzielt. Für viele ist das Thema auch mit einer gewissen Scham besetzt, denn welche Mutter möchte schon zugeben, dass ihr heißgeliebtes Kind sie anbrüllt oder sie sogar physisch attackiert, anspuckt oder kratzt? Die Gründe für die Aggressionen gegen die Mutter sind unterschiedlich, meist jedoch sind die betroffenen Kinder bereits im Kleinkindalter willensstark und können ihre Gefühle nur schwer unter Kontrolle halten. Doch während der Pubertät wird die Wut immer stärker, was verschiedene Auslöser haben kann:

Hormonelle Veränderungen in der Pubertät

In der Phase der Pubertät durchlaufen Jugendliche eine Reihe von hormonellen Veränderungen, die ihre Stimmung und ihr Verhalten beeinflussen können. Diese Veränderungen können zu starken Stimmungsschwankungen und erhöhter Reizbarkeit führen, Buben und Mädchen reagieren je nach Phase der Pubertät manchmal unterschiedlich. Es ist wichtig zu verstehen, dass diese hormonellen Schwankungen oft zu aggressivem Verhalten gegenüber den Eltern führen können. Es ist eine normale Phase der Entwicklung, aber es kann für Eltern dennoch herausfordernd sein, damit umzugehen.

Autonomie und Unabhängigkeit

Während der Pubertät streben Jugendliche oft nach mehr Autonomie und Unabhängigkeit von ihren Eltern. Sie möchten ihre eigenen Entscheidungen treffen und ihre Identität unabhängig entwickeln. Wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Autonomie eingeschränkt oder kontrolliert wird, können sie möglicherweise aggressiv reagieren. Als Eltern ist es wichtig, die Balance zwischen Geben von Freiheit und Festlegen von Grenzen zu finden, um die Autonomie ihrer Kinder zu unterstützen, während gleichzeitig ihre Sicherheit und ihr Wohlbefinden gewahrt bleiben.

Konflikte um Regeln und Grenzen

Teenager und ihre Eltern streiten nicht selten darum, welche Regeln in der Familie eingehalten werden müssen. Jugendliche testen oft Grenzen aus und können gegen Regeln rebellieren, was zu Spannungen und Konflikten innerhalb der Familie führen kann. Auch Aggressionen gegen die Mutter oder den Vater können in dieser Phase der Pubertät vorkommen. Es ist wichtig, in solchen Situationen geduldig zu bleiben und offen für den Dialog zu sein, um gemeinsam Lösungen zu finden, die für alle akzeptabel sind.

Mehr zum Thema Familienkonflikte findet ihr in meinem Artikel Konflikte in der Familie lösen: Miteinander statt gegeneinander.

Emotionale Entwicklungsprozesse

Jugendliche machen während der Pubertät komplexe emotionale Entwicklungen durch. Sie erkunden ihre Identität und müssen mit verschiedenen Gefühlen wie Unsicherheit, Ärger, und Frustration umgehen lernen. Auch verschiedene Ängste treten in dieser Phase vermehrt auf. Aggression kann eine Art sein, diese Gefühle zu bewältigen oder auszudrücken. Es ist wichtig, dass Eltern sensibel auf die emotionalen Bedürfnisse ihrer Kinder reagieren und Unterstützung anbieten, wenn diese mit ihren Gefühlen ringen.

Äußere Einflüsse

Externe Stressfaktoren wie schulische Herausforderungen, Schulangst, Peer-Pressure (Gruppendruck), familiäre Probleme oder persönliche Schwierigkeiten können Aggressionen von Jugendlichen gegen die Mutter während der Pubertät verstärken. Als Eltern ist es wichtig, sich bewusst zu sein, dass diese externen Einflüsse das Verhalten ihrer Kinder beeinflussen können, und darauf zu achten, Unterstützung anzubieten und offene Kommunikation zu fördern, um ihren Kindern zu helfen, mit diesen Stressfaktoren umzugehen.

5 Tipps für den Umgang mit Aggressionen von pubertierenden Kindern

Es gibt mehrere Arten, um mit dem aggressiven Verhalten eures Kindes umzugehen. Hier habe ich einige Tipps für euch zusammengefasst, die dabei helfen können.

1. Respektvolle Kommunikation

Offene und respektvolle Kommunikation ist entscheidend, und das bedeutet zuallererst gut zuhören. Versuche, genau hinzuhören, was dein Kind beschäftigt. Sei neugierig, was dein Kind dir sagen oder zeigen will, ohne zu werten und ohne Vorannahmen. Das ist schwer, denn niemand kennt dein Kind so gut wie du. Aber versuche mal, deinem Kind sozusagen neu zu begegnen. Oft sagen die Kinder relativ klar, worum es ihnen geht, verpacken diese Aussagen aber in Beschuldigungen oder Beschimpfungen. Das passiert meist dann, wenn sie nicht wissen, wie sie ihre Bedürfnisse sonst äußern können.

Es ist nicht leicht, ruhig zu bleiben und neugierig zu sein auf jemanden, der einen anschreit, aber genau das ist wichtig, um herauszufinden, warum es deinem Kind schlecht geht.

2. Grenzen setzen

Pubertierende zu erziehen heißt, die richtige Balance zu finden zwischen Freiheit geben und Grenzen setzen. Du willst, dass dein Teenager lernt, selbständig Entscheidungen zu treffen, gleichzeitig sollten Jugendliche in der Pubertät den Rahmen kennen, innerhalb dessen sie diese Entscheidungsfreiheit haben. Und diesen Rahmen setzt ihr als Eltern. Im Idealfall verhandelt ihr die Grenzen gemeinsam in einem ruhigen Gespräch. Hier können alle Beteiligten ihre Bedürfnisse äußern, gemeinsam sucht ihr nach Lösungen und Kompromissen, die für alle passen und trefft eine Vereinbarung, der alle zustimmen. Wird euer Kind aber zunehmend aggressiv, dann kommuniziert ruhig und klar eure Regeln, zu denen auch wertschätzende Kommunikation gehört.

3. Empathie zeigen

Empathie bedeutet, sich in die andere Person hineinzuversetzen und zu versuchen, die Perspektive des Gegenübers einzunehmen. Oft sind wir so in uns selbst gefangen, dass wir nicht merken, warum unser Gegenüber in gewissen Situationen aggressiv reagiert. Gerade Mütter sind verletzt und traurig, wenn das Kind aggressives Verhalten ihnen gegenüber zeigt. Sie spiegeln dann das aggressive Verhalten, schreien zurück oder antworten auf die Aggressionen mit Rückzug. Um Konflikte zu entschärfen und Beziehungen zu stärken ist es jedoch wichtig, die Bedürfnisse hinter dem gezeigten Verhalten zu kennen. Was liegt hinter der Wut, dem Ärger, dem Geschrei? Warum entwickelt mein Kind während der Pubertät plötzlich Aggressionen gegen die eigene Mutter? Dabei hilft es, sich unvoreingenommen in die andere Person hineinzuversetzen und sich zu fragen, was sie sich wünscht.

4. Person und Verhalten trennen

Du liebst dein Kind. Aber das aggressive Verhalten dir als Mutter gegenüber kannst du nicht leiden. Und genau das kannst du deinem Sohn oder deiner Tochter auch mitteilen. Dabei sage und zeige deinem Kind aber immer wieder, dass es nur sein aggressives Verhalten ist, das dich stört, dass du dein Kind als Person aber liebst, schätzt und ganz toll findest. Gerade in der Pubertät testen Jugendliche sich selbst und ihr Umfeld aus. Damit sie aus dieser Phase als selbstbewusste junge Erwachsene heraustreten können, brauchen sie Vertrauen in sich selbst. Dieses Vertrauen bekommen sie zuallererst von euch. Und ihr als Eltern seid es auch, die ihnen beibringen, welches Verhalten ihnen später Türen öffnen und welches sie eher in Schwierigkeiten bringen wird.

5. Unterstützung suchen

Manchmal ist die Situation bereits so verfahren, dass Gespräche immer nach dem gleichen Muster ablaufen und die Aggressionen gegen die Mutter immer schwerwiegender werden. Dann kann ein Familiencoaching hilfreich sein, denn mit einer außenstehenden Person, die das Gespräch moderiert, könnt ihr als Familie Fragen klären und gemeinsam Lösungen finden.

Während der Pubertät ist Aggression gegen die Mutter ein häufiges Phänomen und geht meist vorüber, wenn ihr als Familie angemessen damit umgeht. Eine unterstützende und einfühlsame Herangehensweise seitens der Eltern kann dazu beitragen, diese Phase erfolgreich zu bewältigen und die Beziehung zu stärken.

Aggression als Ausdruck von Überforderung

Während der Pubertät tut sich im Gehirn der Teenager, aber auch in ihrem Körper und in ihrem Umfeld so viel, dass sie oft überfordert sind. Die Hormone bringen alles durcheinander, deine Tochter denkt immer mehr über ihr Aussehen nach und dein Sohn möchte in der Freundesgruppe endlich der Coolste sein. Das dauernde Nachdenken darüber, was die anderen denken könnten, Emotionen, die plötzlich Achterbahn fahren und ein Körper, der sich immer mehr verändert – all das führt nicht selten zu Überforderung. Einige Teenager reagieren auf dieses Gefühl mit Rückzug, grummeln vor sich hin und verschwinden nach den Mahlzeiten im Zimmer, sobald der letzte Bissen vom Teller verschwunden ist. Andere Kinder aber werden aggressiv.

Plötzlich schreit die Tochter „Ich hasse dich!“ und knallt die Türe hinter sich zu. Für die vor kurzem noch heißgeliebte Mama ist das wie ein Schlag ins Gesicht.

Dass die Aggression während der Pubertät zumeist die Mütter trifft, liegt daran, dass diese immer noch die meiste Zeit mit den Kindern verbringen. Daher ist die Bindung auch besonders eng und das aggressive Verhalten tut Müttern dann auch besonders weh.

Mach dir also klar, dass die Aggression nicht dir gilt, sondern dein Kind im Moment schlicht und ergreifend überfordert ist mit allem, was gerade mit ihm und rundherum passiert. Das aggressive Verhalten ist Ausdruck des Unvermögens, adäquat mit der Situation umzugehen. Zudem ist die Pubertät die Zeit der Ablösung, und das ist für beide Seiten ein schmerzhafter Prozess. Und da du als Mutter oft eine engere Bindung zu deinem Kind hattest als der Vater, ist der Verlust der früheren Nähe für dich auch schwerer zu verkraften und der Ablösungsprozess umso heftiger.

Gewalt gegen die eigenen Eltern

Manchmal können die Aggressionen gegen die Mutter oder den Vater während der Pubertät jedoch ausarten. Die Vorstellung von einer stets liebevollen Eltern-Kind-Beziehung kann irreführend sein, besonders dann, wenn Eltern versuchen, Gewalt von Jugendlichen um jeden Preis zu ertragen. Sie verschweigen das aggressive Verhalten ihrer Kinder aus Liebe, Angst und Scham. Immer noch ist Elternmisshandlung ein Tabuthema, dem wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Folgen können jedoch für das Kind, die Eltern und auch für Geschwisterkinder verehrend sein.

Gewalt von Jugendlichen während der Pubertät gegen die Mutter oder den Vater kann verschiedene Formen annehmen:

Psychische Gewalt

Diese Form der Gewalt zeigt sich in Drohungen und Erpressungen, die bei den Eltern Angst erzeugen. Die Mutter oder der Vater werden beschimpft, beleidigt und gequält. Jugendliche lügen mitunter absichtlich, um ihre Eltern zu verunsichern und aus der Fassung zu bringen. Oft wird auch gestohlen oder es werden unrealistische Forderungen gestellt. Es hagelt Vorwürfe von Seiten der Kinder gegen die Eltern, was sie nicht alles falsch gemacht haben. Manchmal werden die Eltern in ihrer Fürsorge abgewertet und Witze über ihre Erziehung, ihren Job oder ihr Aussehen gemacht.

Physische Gewalt

Hier geht es um Handlungen wie Prügeln, Schlagen, Treten, Zwicken, an den Haaren reißen, Würgen oder sogar den Einsatz von Messern und anderen Gegenständen, die auch zu gefährlichen Waffen werden können. Auch das Beschädigen der Wohnungseinrichtung und das Quälen von Haustieren fallen darunter. Die Aggression gegen die Mutter oder den Vater zeigen sich während der Pubertät immer deutlicher.

Eltern halten die physische und psychische Gewalt durch ihre Kinder oft viel zu lange aus, da das Kind noch klein ist. Dabei sollten gewaltvolle Situationen früh genug ernst genommen und abgefangen werden, bevor sich die Eltern nicht mehr dagegen wehren können.

Habe ich als Mutter versagt?

Viele Mütter haben Angst, dass sie in ihrer Erziehung versagt haben, und trauen sich deshalb nicht, Hilfe zu suchen. Die Scham darüber, dass das eigene Kind im vertrauten und sicheren zuhause so gewalttätig wird, ist für die meisten Eltern kaum zu ertragen und vor allem Mütter neigen dazu, die Schuld bei sich zu suchen. Zudem ist die Angst, dass das Kind ihnen weggenommen wird, so groß, dass sie lieber schweigen und versuchen, die Gewalt mit unwirksamen Maßnahmen zu beenden.

Häufig wird von einer Phase gesprochen, die hoffentlich bald vorübergeht. Man hofft, dass die Jugendlichen ihr pubertäres Verhalten bald ablegen und zur Vernunft kommen. Das ist auch der Grund dafür, dass die Dunkelziffer an Fällen von Gewalt gegen Eltern immer noch groß ist.

Das Aushalten der Gewalt kann gerader der Grundstock dafür sein, dass die Jugendlichen lernen, dass ihr aggressives Verhalten gegen die Mutter, den Vater oder die Geschwister ohne Konsequenzen bleibt.

In der Elternberatung lernst du, wieder mehr auf dich und deine Bedürfnisse zu achten und etwaige Schamgefühle zu überwinden. Und du kannst über all das reden, was du sonst herunterschluckst und in dich hineinfrisst. Denn nur wenn es dir als Mutter oder Vater gut geht, dann kann es auch deinem Kind gut gehen.

Wie kann ich als Mutter auf aggressives Verhalten meines Teenagers reagieren?

Wenn dein Kind aggressiv wird, dann hast du viele Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Wichtig ist in solchen Situationen, dass dein Kind immer spüren soll, dass du es liebst. Auch, wenn du gerade traurig bist über die fehlende Nähe, selbst wütend bist, weil du dich ungerecht behandelt fühlst oder Angst hast, dass das Band zwischen dir und deinem geliebten Kind zu reißen droht.

Wenn du selbst auch laut wirst, dann nimmst du dir und deinem Teenager die Chance auf ein Gespräch. Die Situation wird ziemlich sicher eskalieren und endet im Streit, am Ende fühlt ihr euch beide schlecht.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass dein Kind auch unter seiner Impulsivität leidet und sich schon während des Wutausbruchs nicht gut fühlt.

Ich-Botschaften

Wenn du in Situationen, in denen dein Teenager wütend wird, direkt reagieren möchtest, dann erkläre deinem Kind ruhig und sachlich, was du dir wünschst. Dabei ist es hilfreich, in Ich-Botschaften zu sprechen und ohne Schuldzuweisungen zu kommunizieren. Dabei kannst du deinem Sohn oder deiner Tochter klar sagen, welche Worte oder Gesten zu weit gehen. Gleichzeitig ist es hilfreich, den Fokus auf die Lösung zu setzten.

Beispiel: „Ich möchte von dir nicht angeschrien werden, das fühlt sich nicht gut an und tut mir weh. Ich würde gerne mit dir gemeinsam eine Lösung für unser Problem finden.“

Situation abkühlen lassen

Oft ist es auch hilfreich, die Diskussion auf einen Zeitpunkt zu verschieben, an dem die Gemüter wieder etwas abgekühlt sind. Dann ist es auch für dich leichter, mitfühlend auf dein Kind einzugehen, seine Bedürfnisse hinter der Aggression zu sehen und ein ruhigeres Gespräch zu führen.

Beispiel: „Lass uns das nachher am Heimweg im Auto nochmal besprechen, ok? Dann können wir in Ruhe miteinander reden und du kannst mir auch deine Sicht genauer erklären.“

Vorbild sein

Der Umgangston zu Hause ist für Jugendliche eine Leitlinie, anhand derer sie Kommunikation erlernen. Das bedeutet, dass der Tonfall der Eltern als Vorbild für die Kinder dient. Wenn ihr als Eltern also in Streitsituationen aggressiv und laut werdet, dann lernen eure Kinder von euch. Dies gilt natürlich auch für den Umgang mit anderen Menschen, ob im familiären Umfeld oder anderswo. Wenn dein Kind dich immer wieder beobachtet, wie du deine eigene Mutter oder Schwester am Telefon anschreist, dann lernt es dieses Verhalten. Wenn ihr aber Streitpunkte in einem ruhigen Gespräch klärt und euch gegenseitig ausreden lasst, dann lernt euer Kind, wie auch unterschiedliche Sichtweisen ausdiskutiert werden könne, ohne aggressiven Ton und Schuldzuweisungen.

Andere um Hilfe bitten

Manche Mütter haben das Gefühl, für alles selbst verantwortlich zu sein und geben sich die Schuld am aggressiven Verhalten ihres Kindes.

Wenn du als Mutter nicht mehr weiterweißt und das Gefühl hast, der Situation nicht mehr gewachsen zu sein, dann ist es völlig ok, sich Hilfe zu holen.

Manchmal ist es sogar besser, wenn der Papa das eine oder andere Gespräch mit eurem Kind führt. Und auch andere Familienmitglieder können helfen. Sprich mit Freunden oder Freundinnen über die Situation zu Hause. Du wirst merken, dass auch andere schon aggressives Verhalten bei ihren pubertierenden Kindern erfahren haben. Vielleicht können sie dir ja Tipps geben, wie du damit umgehen kannst. Wenn ihr als Eltern aber nicht weiterwisst, dann hilft auch manchmal der Blick von außen, um wieder mehr Ruhe und Klarheit in eine verworrene und scheinbar aussichtslose Situation zu bringen.

Sollte die Gewalt überhandnehmen, dann wendet euch an das Gewaltschutzzentrum in eurem Bundesland. Hier findet ihr vertrauliche und kostenlose Beratung und Unterstützung für alle Formen der Gewalt.

Was Mütter ihrem Kind mitgeben

Die Aufgabe der Eltern ist es, ihren Kindern Sicherheit zu geben und ihnen das Gefühl zu vermitteln: „Ich halte dich, ich mache dich stark.“ In der Pubertät werden Freunde und Freundinnen für die Teenager immer wichtiger, der Kreis der Menschen um euer Kind herum wird immer weiter. Auch dann noch braucht euer Kind von euch noch das Gefühl der Sicherheit, der Stabilität, allerdings nicht mehr aus nächster Nähe. Der Fokus verlagert sich und ihr vermittelt nun eher das Gefühl: „Du bist jetzt stark, aber ich stehe hinter dir und fange dich auf, wenn du stolpern solltest.“

Es ist normal, dass während der Pubertät hin und wieder die Fetzen fliegen, schließlich betreffen die Veränderungen im Gehirn der Jugendlichen auch das Sprachzentrum und machen sie schlagfertig und diskussionsfreudig. Und wenn wir ehrlich sind: auch wir Erwachsene haben uns in solchen Wortgefechten nicht immer im Griff. Dein Kind sollte allerdings immer das Gefühl haben, dass du es liebst, auch wenn sein Verhalten gerade echt anstrengend und schmerzhaft für dich ist.

Wichtig für dich als Mutter ist es, während der Pubertät deines Kinder darauf zu achten, dass es dir selbst gut geht. Freundschaften pflegen, eigene Interessen verfolgen, sich Freiräume schaffen und diese einfordern – all das trägt dazu bei, dass du dich selbst gut und selbstsicher fühlst, was auch das Familienklima verbessert.